Montag, 2. Januar 2012

I ain't lost, just wondering

Das neue Jahr ist keine 48 - Stunden alt und schon stürzen Sachen auf mich ein, mit denen ich nie gerechnet habe. Es war ein Anruf vorhin. Ganz normal. Weil ich Montags immer etwas mehr Heimweh habe, rief ich die Nummer an, die ich schon seit Jahren auswendig kann. Sie ist das Vertrauteste hier in diesen fremden Wänden, dass ich manchmal habe. Diese Zahlen verbinde ich einfach mit meinem zu Hause.

Doch meine Mutter klingt anders als sonst und dann erzählt sie, was los ist und ich starre an meine kalten Wände.
''Weißt du, es ist wie damals. Nur diesmal scheint es schlimmer zu sein. Er erzählt nur nichts. Und das was er sagt, na ja, macht mir Angst. Er geht so schnell an die Decke.''

Sie scheint allerdings nicht allzu entmutigt zu sein. ''Wir schaffen, dass schon irgendwie. Wie haben das doch alles bisher immer geschafft.''
Als wir uns Beide einigermaßen aufgemuntert haben und uns Mut zugesprochen haben, legen wir auf. Ich bin mir nicht sicher, ob meiner Mutter überhaupt wollte, dass ich es weiß, aber ich denke sie ist froh, jemanden zum reden gehabt zu haben. 
Und nun sitze ich hier und muss feststellen, dass die Nachricht ein Schlag in den Magen war. Meine Eltern waren schon immer gut, Dinge für sich zu behalten. Und dadurch, dass ich als ich kleiner war, wenig mitbekommen habe, war das irgendwie zu viel und mir ist nicht aufgefallen, dass ich schon seit einer halben Stunde die Wand anstarre, während ich das Gespräch nochmal durchgehe.

Als ich draußen, im kühlen Januar Wind auf dem Bordstein sitze, versteh ich die Welt nicht mehr und breche in Tränen aus. Mir ist egal, ob mich jemand sehen könnte, die Gefühle überrennen mich einfach und mir ist bewusst wie, furchtbar alles ist.

Ich sitze hier in einer fremden Stadt, eine Stunde entfernt von zu Hause. Meine Mutter sitzt jetzt auf dem Sofa zu Hause, konzentriert sich kaum auf die LiebesSchnulze die sie wie immer angemacht hat, und mein Vater sitzt oben in seinen kleinen Zimmer vor seinem Computer.

Wir sind alle so weit von einander entfernt doch wir haben wahrscheinlich alle Angst. Und alles was ich mir während ich mir verschämt die Tränen aus dem Gesicht wische, ist dass ich jetzt am liebsten zu Hause wäre und meinen Vater in Arm nehmen will.

I've been walking in the same way as I did
Missing all the cracks in the pavement
And tutting my heel and strutting my feet

"Is there anything I can do for you dear? Is there anyone I could call?"
"No and thank you, please Madam. I ain't lost, just wondering"

1 Kommentar:

  1. Hey,

    als Leser/in meines Blogs möchte ich dich darauf hinweisen, dass man sich zur Zeit für eine Blogvorstellung auf meinem Blog bewerben kann!
    Schau doch mal vorbei! :)

    Liebe Grüße, Dawn ;)

    AntwortenLöschen